Garten- und Parkanlage Der Barockgarten
Mit der Separationskarte von 1730 liegt auch der erste Gartenplan von Buro vor. Weite Teile der südlich an die Komturei angrenzenden Fläche sind als „Lust-Garten“ gekennzeichnet.
Dieser umfaßt neben Rasenflächen auch von Alleebäumen gesäumten Wegeführungen und Broderie-Parterre östlich der Komturei. Die sich stellende Frage nach dem Schöpfer der Gartenanlage findet man aus nachfolgenden Gründen im Buroer Komtur Samson Freiherr vom Stain beantwortet.
Vom Stain stand über viele Jahre in militärischen Diensten des niederländischen Statthalters Wilhelm III.. Die statthalterlichen Gärten waren ihm mit Sicherheit bekannt.
Tatsächlich wurde im Buroer Lustgarten das Schema des holländischen Barockgarten verwirklicht. Sichtlinien liefen ins Land hinaus, Wege verloren sich in der Ferne und Formsträucher, evtl. auch Topfpflanzen, dienten dazu, den Raum auszuschmücken.
Vergebens sucht man die Statuen und Wasserspiele, wie sie die häufigeren französischen Gärten aufwiesen. Schmale plates bandes rings um die beiden parterres am Nordflügel der Komturei boten Raum für neu eingeführte mehrjährige und einjährige Pflanzen.
Nach Westen wurde der Lustgarten durch einen heute kanalisierten Bachlauf begrenzt, hinter welchem sich eine Baumreihe und dann eine abschließende Mauer erhob.
Den südlichen Übergang bildete eine Baumschule.
Der englische Landschaftspark
Wohl im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts fand eine Umgestaltung der Gartenanlage statt. Während man die formal gegliederten Bereiche in unmittelbarer Nähe der Wohngebäude beibehielt, wurden der südliche Teil des Lustgartens und das Gelände der früheren Baumschule zum Landschaftspark „nach dem besten englischen Geschmack“ umgestaltet.
Exotische Gehölze wie die heute noch überkommenden markanten Hickorys wurden angepflanzt, vereinzelte Gehölzgruppen und Rasenplätze ließen Sichtbezüge zwischen Komturei, Ordenskirche und den angrenzenden Feldern und Weiden deutlich werden, berankte Pergolen und Hecken säumten die Anlage. Der Park wurde durch sanft geschwungene Wege erschlossen, Sitzmöglichkeiten boten Platz zur Entspannung. Nach Süden hin begrenzte ein stellenweise weiherartig erweiterter Bach den Park auf natürliche Weise.
Schließlich wurde in Verlängerung der südlichen barocken Freitreppe eine zentrale Sichtachse geschaffen, an deren Ende auf einem künstlichen Hügel ein achteckiger Pavillon als reizvoller Blickpunkt errichtet wurde.
Nach 1945
Dieser verfiel jedoch nach dem II. Weltkrieg, nur seine Fundamente sind noch überkommen. Garten und Park wurden bis 1945 durch einen eigenen Gärtner gepflegt, erst in Folge der Bodenreform kam es zur Verwahrlosung von Grünanlagen.
Bereits 1948 war man sich des Wertes des Park- und Gartenensembles bewußt und bemühte sich, sie als eine der ersten im Land Anhalt unter Denkmalschutz zu stellen. Dies scheiterte am Widerstand von Neubauern, denen der Park zur Bewirtschaftung zugeteilt war.
Nach der politischen Wende
Nach der politischen Wende wurde der Park privatisiert und ist seitdem nicht für Besucher zugängig. Durch unterlassene Pflegearbeiten ist er mittlerweile zu einem dichten Wäldchen verwachsen. Die überkommenden Bäume sind zu stattlichen Riesen mit Stammumfängen von teilweise mehr als 4 Metern geworden.
Heute gehört zur Komturei nur ein kleiner Gartenbereich, 600 qm groß, den man über den Erker des Gartensaales und eine 14stufige Freitreppe erreicht.
Dessen Neuanlage erfolgt seit 2007, man entschied sich, den Garten kreuzförmig aufzuteilen und dadurch vier verschiedene Gartenräume zu schaffen. In ihnen werden unterschiedliche Motive der Geschichte des Gesamtensembles aufgegriffen.
Der nordöstliche Bereich zeigt Elemente eines klösterlichen Gartens, die Beete sind mit Heilkräutern und Gewürzpflanzen versehen. Die Abtrennung vom angrenzenden Friedhof erfolgt durch ein schmiedeeisernes Gitter und eine Pergola.
Durch eine Hainbuchenhecke getrennt, erstreckt sich im Südosten der so genannte „Marien-Garten“, in welchem Symbolpflanzen an die Schutzpatronin des Deutschen Ritterordens, die Gottesmutter Maria, erinnern.
Westlich der Mittelachse wurde begonnen, einen Staudengarten anzulegen.
Seinen Abschluß findet der Garten im Südosten, dort werden historische Nutz- und Zierpflanzen aus Anhalt angebaut und vermehrt.
Für den Gartenliebhaber von besonderem Interesse ist die Sammlung historischer und englischer Rosen. |